Freitag, 19. Januar 2018

Fort Bou Jerif

Es ist ja sehr gemütlich in Sidi Ifni - aber ab und zu haben wir doch Lust in die nächste größere Stadt zu fahren, ein wenig zu bummeln, einen anderen Markt zu besuchen .... Ja, ja, mach nur einen Plan. Guelmim liegt gut 60 km südöstlich von Ifni in einer weiten Ebene. Wir fuhren bei blauem Himmel los. Als wir in die Ebene von Guelmim hinunterkamen war alles ganz anders: scharfer Wind und immer schlechtere Sicht, es sah ganz nach einem aufziehenden Sandsturm aus.


So machten wir eine schnelle Kehre zurück in die Küstenberge und folgten dem Lauf des Assaka - die grünen Felder entlang seines Ufers sind ein Augentrost in dieser Wüstenei.












Leider brach die Straße unvermutet ab und verwandelte sich in eine sehr holperige "Gravelroad" im Flußbett. Glücklicherweise ist unser Auto sehr geländegängig.











Wir haben aber noch nie erprobt, wie gut das wirklich funktioniert. Anfangs bin ich bei den kniffligen Passagen lieber zu Fuß nebenher gelaufen, dann habe ich aber Vertrauen gefaßt und habe begonnen, das Abenteuer zu genießen.


Nach gut 9 km tauchte das Fort Bou Jerif am Horizont auf.









Zu erst passiert man eine Anlage, die eine Mischung aus Hotel, Restaurant und Campingplatz für 4x4-Abenteurer ist. Gleich dahinter liegt das alte Fort, das ca. 1935 von der französischen Legion am südlichen Rand der spanischen Enklave gebaut wurde, um die widerspenstigen marokkanischen Stämme in Schach zu halten.





Es muß ein hartes Leben für die Soldaten gewesen sein. 1956 zog Frankreich nicht ganz freiwillig aus Marokko ab. Das Fort wurde noch bis 1969 - bis zum Abzug der Spanier - von den Marokkanern genutzt. Seitdem verfällt es malerisch.

















Am Fuß des Forts muß man das Flussbett des Assaka wieder durchqueren und dann noch einige Kilometer auf einem sehr holperigem Weg nach Nordwesten fahren, bis man endlich wieder sicheren Teerboden unter dem Reifen hat.








Loup de mer


Wir waren schon ein wenig stolz, dass wir diese so gar nicht geplante Fahrt gut gemeistert haben. Danach mussten wir uns in unserem Lieblingslokal (es ist eigentlich das einzig brauchbare der Stadt) stärken!

Montag, 8. Januar 2018

Wetterkapriolen


Es gibt den schönen Spruch: "Marokko ist ein kaltes Land mit einer heißen Sonne". Dieser Tage lerne ich zunehmend, dass dies sehr wahr ist.


"Normalerweise" sieht das hier so aus - auch im Dezember und Januar haben wir heiße Nachmittage, an denen ich meine Freunde am Strand so antreffe:


Gerade wenn es wärmer ist, liegt eine dünne Nebelschicht über der Küste. Alles liegt in einem silbernen Dunst.











Die letzten Tage ist eine Wetterfront über Marokko gezogen, die in den Bergen Schnee und Verwüstungen der Straßen gebracht hat. In Rabat wurden sogar Tornados über dem Meer gesichtet:


Quelle: Internet



Hier in Sidi Ifni hat es nur für Temperaturen um die 10 Grad Celsius (plus) gereicht, zu kräftigen Winden und einigem Regen. Heute Mittag hat mich ein letzter Regenschauer im Straßencafé erwischt. Jetzt glänzen die Straßen noch nass, dann ist es aber auch gut! Für die nächsten Tage ist wieder das übliche schöne Winterwetter angesagt.










Weil es in der Nacht so kalt war haben wir auf unsere ziemlich unökonomische elektrische Heizung zurück greifen müssen. Deswegen habe ich mich erkundigt, was der Strom hier denn so kostet. Dabei habe ich gelernt, dass die Strompreise in Marokko  nicht wie in Deutschland mit dem Verbrauch fallen. Im Gegenteil: die Leute, die wenig Strom brauchen und verbrauchen zahlen am wenigsten. Die ersten 100 kw sind 10 % billiger als die nächste Verbrauchsstufe! Ein ähnliches System gilt auch für den Wasserverbrauch.














Auch vor Sidi Ifni macht der Fortschritt nicht halt. Die alte Stinkekiste, die man hier als Stadtbus eingesetzt hat, ist seit Anfang des Jahres durch einen modernen Bus ersetzt worden. Nun ist man hinter diesem Fahrzeug nicht mehr dem Erstickungstod ausgeliefert.





Ich bin jetzt auch sehr fortschrittlich unterwegs - mit einem Tretroller, der elektrisch verstärkt mich über die Auf-und-Ab-Straßen von Sidi Ifni zieht. Es macht richtig Spaß!

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausflug in den Antiatlas

In diesem Jahr bin ich erst einmal alleine nach Marokko geflogen. Mein Mann kommt aber bald nach. Für mich war es interessant herauszufinden, wie gut ich hier auch alleine zurecht komme.
Ganz alleine war ich aber nicht - eine liebe Freundin hat mich besucht.
Wir haben uns einen Wagen gemietet und sind für einige Tage in den nahe gelegenen Antiatlas gefahren.


Das erste Ziel war Amtoudi - ein Dorf am Südrand der Berge, das am Ausgang einer hohen Schlucht liegt. Wir haben uns in einem kleinen Hotel eingemietet.

der Transport unseres Gepäcks!






Wir sind in die Schlucht gewandert und haben uns dann auf der Speicherburg (Agadir) von einem freundlichen Führer in die Kultur dieser Berberwelt einführen lassen.







Jede dieser Türen führt zu einer Kammer, in der eine Familie aus dem Dorf ihre Ernte und auch sich selbst in Sicherheit bringen konnten!































Der Betreiber des Hotels - Georges - empfahl uns eine neu ausgebaute Strecke durch wilde Schluchten und Oasen nach Tafraoute. Es war grandios.



In Tafraoute - einem Marktstädtchen auf 1000 m Höhe - war es leider nachts elend kalt - so dass wir uns ein Hotel mit Heizung suchten. Das war eine gute Entscheidung. Bei Bernadette und Jean war es ausgesprochen gemütlich und für uns zwei Gemüseesser wurde fein gekocht.


Wir hatten uns extra den Markttag ausgesucht - wie immer war dieser Markt besonders urtümlich.



Am gleichen Tag stiegen wir auf "meinen Hausberg", den Tazka. Er bietet großartige Ausblicke und ist wirkt selbst wie ein Skulpturengarten.




Am nächsten Tag fuhren wir ins Oasental von Ait Mansur.





Dies ist ein besonders nettes "Gartencafé"in dieser Oase! Der junge Mann, der uns den Tee bereitet hat, stellte uns die Stühle gleich in die Sonne - er wußte eben was Frauen wünschen!






























Auf dem Rückweg durch ein Parallel-Tal - eine echte Holtertipolter-Strecke - sahen wir diese alte Moschee in einem großen Friedhof - weit weg von jeder menschlichen Ansiedlung.



Auf der Rückfahrt durch Tiznit sah ich diese Ermahnung an den Fahrer - ich werde es natürlich beherzigen.




Meine Besucherin hat nicht nur auf der Rundreise sondern auch in Sidi Ifni selbst - so sagte sie zumindest - schöne Tage erlebt. Und ich auch ....









Montag, 20. November 2017

Dem Winter entflohen ....


Eine Woche ist es erst her, dass mein Flugzeug über die schneebedeckten Alpen schwebte.



Ich bin es nicht gewohnt, so schnell zu reisen, wir sind ja in den letzten Jahren immer mit dem Wohnmobil ausgesprochen gemütlich nach Süden gezockelt. So war ich in den ersten Tagen etwas desorientiert - ich musste wohl auf meine Seele warten, die nicht so schnell hinterher gekommen ist.



Mein Haus empfing mich mit eine unerwarteten Blumenpracht auf der Terrasse - z.B. die prächtige Aloe vera.


















Am Strand waren viele junge Leute unterwegs. Zur Zeit haben wir Schulferien - und alle wollen baden und spielen. Es ist reichlich Platz für alle da.









Am Wochenende fuhr ich ins Hinterland. Der Boden und alle Pflanzen warten sehnsüchtig auf Regen.


Die Esel suchen Futter im trockenen Qued






Heute Abend schaute ich mal wieder nach, ob es aus Deutschland gute Nachrichten gibt. Das lasse ich für eine Weile wieder. 

Samstag, 21. Oktober 2017

Das war mein Sommer in Bayern





Im Mai kam ich aus Marokko zurück nach Bayern - nicht zu früh, wenn man kein Freund von Schnee ist. Zugegeben, das war in den Alpen, auf der Brenner-Autobahn.








Ende Mai feierte ich auf dem Land mit vielen Freunden den runden Geburtstag einer ganz besonders lieben Freundin.    Im Juni fuhren wir -  mit einem Stopp im schönen Sterzing - an den Gardasee. Die Harley brauchte Auslauf - und auf den kurvigen Straßen rund um den See war dazu reichlich Gelegenheit:

Wir wohnten in Tignale - am Nordwestufer des Sees. Für mich war das eine Premiere. Es gefiel mir gut da oben, aber die Kurven- und Tunnel-reichen Straßen um den See sind so gar nicht mein Fall. Ich hatte noch Tage später Schwindelanfälle!



Das Museums-Anwesen Vittorale degli Italiani in Gardone - das im wesentlichen aus dem früheren Wohnhaus des Schriftstellers und italienischen Nationalhelden Gabriele D'Annunzio besteht, gehört zu den meistbesuchten Attraktionen in Norditalien. Allein schon das Grabmal dieses militanten Nationalisten war furchteinflößend.

Ende Juni finden an vielen Stellen in Oberbayern zur Sonnwende Johannis-Feuer statt. Am Starnberger See haben dies Mitglieder eines Segelvereins aufgebaut und abgebrannt. Es ist immer ein eigenartiges Spektakel!



Im Lauf des Sommers habe ich immer wieder Gelegenheit, ein wenig Kultur zu inhalieren. Z.B. bei einer Lesung der in München lebenden Schriftstellerin Gunna Wendt oder bei den Münchner Opernfestspielen:




 Den größten Teil des Sommers verbringe ich in meiner Sommerfrische am Starnberger See - mit einem wunderbaren Blick auf die Alpen. Wir haben hier ein Segelboot - bei gutem Wind kann man sich auch mal hinter dem Boot herziehen lassen - ein großer Spaß!


Immer wieder schön ist es, sich mit Freundinnen und ehemaligen Kollegen zu treffen. Auch andere Seen sind verlockend - zur Abwechslung fuhr ich in den Münchner Osten, wo südlich von Grafing dieser bacherlwarme Weiher zum Schwimmen einlud!
Auf vielen Spaziergängen am See oder an der Isar entlang hat mich Willi begleitet - ein marokkanischer Hund - der im Sommer auch in Bayern lebt.


Im Laufe des Sommers hatte ich zwei Klassentreffen. Nach all den vielen Jahren haben wir uns sehr gefreut uns wieder zu sehen und über all diese lang vergangenen Zeiten zu reden und zu reden und zu reden ... Mit anderen Worten: Schön war's!





 
So schnell gingen die warmen Sommertage dahin -      natürlich hat es auch mal geregnet. Aber die frohen     Stunden bleiben länger im Gedächtnis - und so will ich es auch halten.                                                 



Jetzt ist der Oktober schon weit fortgeschritten und ich packe so langsam meine sieben Sachen, um wieder fortzufliegen - zu meiner sonnigen Terrasse in Sidi Ifni. Der nächste Bericht wird dort geschrieben. Es dauert nur noch ein paar Wochen!