Montag, 16. April 2018

Aufbruch

Kaum denkt man: "Ach ich hab ja noch so lange Zeit" - schon ist der Winter vorbei, der Frühling weit vorangekommen und das Datum auf dem Fähren-Ticket nach Europa rückt unausweichlich näher.













Ich spaziere also mit meinem Leih-Hund nochmal durch den Park vor meinem Haus, freue mich wie schön jetzt alles blüht und .... fange an, meinen Koffer zu packen.















Denn übermorgen schließen wir unser Haus ab, das wohlbehütet durch viele Augen den Sommer ohne uns überstehen muß.





Wir fahren aber erst nochmal nach Taroudant, Marrakech und Larache - bevor in einer Woche unsere Fähre von Tanger nach Genua ablegt.

Und davon werde ich später noch berichten .....

Montag, 9. April 2018

Das Meer und der Müll

Kein schönes Thema! Aber es beschäftigt mich schon seit Jahren. Heute habe ich im TV einen Film über die Gründungsgeschichte von Greenpeace gesehen. Die Bilder von den Walen waren schrecklich - sterbend in einem Blut von Meer. Jeder mußte davon erschüttert werden.
Die Bilder, die ich hier zeige sind viel unspektakulärer. Aber wahrscheinlich zeigen sie eine genauso grausame Wahrheit.


 

Schon vor mehr als 10 Jahren war ich mit dem Wohnmobil im tiefen Süden von Marokko am Atlantik. Diese schöne wilde Küste hat mich noch oft angezogen.



Aber immer mehr war ich traurig und wütend über die enormen Mengen von Müll, die entlang der Küste in allen Buchten zu finden waren - auch in Gegenden in denen keine Menschen wohnten: Plastikflaschen, Netze, Styropor-Bruchstücke etc.





Auch der Strand von Sidi Ifni wird von dieser Pest nicht verschont.


















Gerade sind nach einer stürmischen Nacht Hunderte gleichartiger Plastiktüten angeschwemmt worden. Da ist wohl eine Palette über Bord gegangen.











Natürlich kommt ein guter Teil des Mülls von den Bewohnern der Stadt, deren Müllproblem keineswegs gelöst ist.















Aber auch 30 km weiter südlich am Strand von Assaka, wo es keine dauerhaften Bewohner gibt, findet man das gleiche Desaster.











Wenn man am wunderschönen Strand Aftas vor Mirleft die Linien anschaut, die von den Wellen im Sand zurückgelassen werden, findet man zwischen natürlichem Material immer Plastik - den stillen Killer im Meer.













Und diese Linie sieht man eigentlich überall, man muß sich bücken um es zu sehen - es wird Zeit genauer hinzusehen.

Sonntag, 18. März 2018

Frühling im Antiatlas - eine kleine Reise auf altbekannten Pfaden

Das Jahr geht schnell voran - der Winter ist vorbei und die Frühling hat oft schon sommerliche Tage.
Meine Zeit in Sidi Ifni neigt sich dem Ende zu - nicht mehr in Monaten sondern nur noch in Wochen zähle ich jetzt bis zur Abreise. In diesem Winter habe ich noch tiefere Wurzeln geschlagen und mag so gar nicht weg von hier ..
Trotzdem habe ich mit meinem Mann eine kleine Reise gemacht, noch einmal die Runde über Amtoudi, Ait Herbil und Tafraoute gemacht und dies sehr genossen.


Im November war alles grau und trocken - jetzt grünen die Felder, die Mandelbäume blühen und aus jeder Ritze sprießen Blumen. Nach regenreichen Wochen empfing uns der Antiatlas mit seinem so typischen stahlblauen Himmel unter dem die uralten rotbrauen Berge umso intensiver leuchten.

Diese Reise war für mich eine neue Erfahrung, die ich so nach all den langen Jahren hier nicht erwartet hatte. Ich war ja immer im gemütlichen Kokon Wohnmobil unterwegs gewesen. Essen, Schlafen, Relaxen sind da ganz leicht zu haben, um den kleinen Preis, dass man alles selber machen muß.

Tigmi Bulbul
Diesmal haben wir je 2 Nächte in Amtoudi und Tafraoute in angenehmen kleinen Gästehäusern verbracht. Sie werden jeweils von französischen Gastgebern geführt, die auch für gutes Essen sorgten.

El Malara


Leider ist um diese Jahreszeit das Zimmerkontingent schnell ausgeschöpft und so wurden wir nach vier Tagen in die raue Realität der marokkanischen Hotellerie und Gastronomie geworfen.
Wir sind nicht verhungert und ein Bett zum Schlafen gabs natürlich aus. Aber ..... Ich will niemanden mit meinen Klagen langweilen .....

Es gibt natürlich in Marokko eine große Zahl guter Hotels und Restaurants - aber leider nicht da wo wir sie gerade gebraucht hätten. Das ist eben der Vorteil eines Wohnmobils, dass man überall den Komfort dabei hat, den man haben möchte.

Ich muß also in Zukunft unsere kleinen Ausflüge noch sorgfältiger planen, damit uns nicht die Freude daran vergeht.

Schluß mit Klagen, ich habe wunderbare Tage gehabt - unser Spaziergang durch die Schlucht von Amtoudi war wie immer ein Höhepunkt der Reise










Die Fahrt durch die Schlucht von Smougene war hinreißend - wenn mir auch auf der Serpentinenstraße angesichts der Tiefe der Schlucht schon ein wenig schwindelte:





































Die Berge rund um Tafraoute mit ihren endlosen Terrassenmauern gehören zu den schönsten Landschaften die ich je gesehen habe:



























und auf dem Markt von Tafraoute habe ich wieder einmal die Freundlichkeit der Berber genossen:

das Bild hat der Herr neben mit gemacht!



















Jetzt bin ich wieder in Sidi Ifni, genieße die Bequemlichkeit meines Hauses und die relaxte Atmosphäre der Stadt. Jetzt steht Besuch ins Haus und ich freue mich auf jeden Tag.

Übrigens, so sieht es zur Zeit bei uns aus - Wasser wirkt Wunder!

Mittwoch, 21. Februar 2018

Moderne Zeiten

Seit fast 20 Jahren lerne ich Marokko immer besser kennen. Das Land rennt geradezu in die moderne Zeit. Abwrackprämien für Taxis, Busse und Lkws fördern den Kauf von modernen Fahrzeugen - und sie werden immer mehr.




unser Hotel
Ich war kürzlich in Agadir - Einkaufen und Freunde treffen waren der Grund dafür. Es war ziemlich anstrengend sich mit dem Auto durch die Stadt zu kämpfen.









Einkaufen beim Supermarkt Marjane 


Agadir vor 1960 - credit to flickr:ronramstew
Vor dem Erdbeben von 1960 hatte Agadir ca. 50.000 Einwohner - jetzt sind es schon 600.000!













Solche Verkaufswagen findet man noch eher in der Zwillings-Stadt Inezgane - in Agadir ist es für diese Vehikel schon fast zu gefährlich auf den Straßen.






















Wir haben - um unser Gemüt wieder zu beruhigen - einen kleinen Ausflug ins "Paradise Valley" gemacht, das nördlich von Agadir ins Landesinnere hinein führt. An einem Wochentag hielt sich der Ausflugsverkehr in überschaubaren Grenzen - am Wochenende drängelt sich auch hier der Verkehr auf der schmalen Straße.








Auf dem Weg zurück nach Sidi Ifni passierten wir bei Mirleft an der Atlantik-Küste den kleinen Wallfahrtsort Sidi Mohammed Ben Abdallah. Hier fand gerade ein dreitägiges religiöses Fest statt - und auch hier drängten sich die Pkws!








Zurück in Ifni wollten wir es erst mal ganz gemütlich angehen lassen. Ein wunderbarer Ort um sich zu entspannen ist die Farm Khenfouf, über die ich schon früher berichtet habe.



Auf dem Rückweg zauberte uns das Licht der sinkenden Sonne dieses herrliche Scherenschnittpanorama.

Auch Sidi Ifni ist nicht verschont vom Ansturm des stetig wachsenden Verkehrs. Auch um die Stadt während eventueller künftiger Hochwasserfluten zugänglich zu halten wird eine große Brücke übers Flusstal gebaut.








Zum Start des hoffentlich letzten Bauabschnittes kam Minister Amara, der u.a. auch für den Verkehr zuständig ist - nicht nur ich habe Fotos gemacht, auch das marokkanische TV war vor Ort! Lustigerweise kann mir niemand am Ort sagen, wie die Verkehrsführung geplant ist - Überraschungen sind also möglich!





Freitag, 19. Januar 2018

Fort Bou Jerif

Es ist ja sehr gemütlich in Sidi Ifni - aber ab und zu haben wir doch Lust in die nächste größere Stadt zu fahren, ein wenig zu bummeln, einen anderen Markt zu besuchen .... Ja, ja, mach nur einen Plan. Guelmim liegt gut 60 km südöstlich von Ifni in einer weiten Ebene. Wir fuhren bei blauem Himmel los. Als wir in die Ebene von Guelmim hinunterkamen war alles ganz anders: scharfer Wind und immer schlechtere Sicht, es sah ganz nach einem aufziehenden Sandsturm aus.


So machten wir eine schnelle Kehre zurück in die Küstenberge und folgten dem Lauf des Assaka - die grünen Felder entlang seines Ufers sind ein Augentrost in dieser Wüstenei.












Leider brach die Straße unvermutet ab und verwandelte sich in eine sehr holperige "Gravelroad" im Flußbett. Glücklicherweise ist unser Auto sehr geländegängig.











Wir haben aber noch nie erprobt, wie gut das wirklich funktioniert. Anfangs bin ich bei den kniffligen Passagen lieber zu Fuß nebenher gelaufen, dann habe ich aber Vertrauen gefaßt und habe begonnen, das Abenteuer zu genießen.


Nach gut 9 km tauchte das Fort Bou Jerif am Horizont auf.









Zu erst passiert man eine Anlage, die eine Mischung aus Hotel, Restaurant und Campingplatz für 4x4-Abenteurer ist. Gleich dahinter liegt das alte Fort, das ca. 1935 von der französischen Legion am südlichen Rand der spanischen Enklave gebaut wurde, um die widerspenstigen marokkanischen Stämme in Schach zu halten.





Es muß ein hartes Leben für die Soldaten gewesen sein. 1956 zog Frankreich nicht ganz freiwillig aus Marokko ab. Das Fort wurde noch bis 1969 - bis zum Abzug der Spanier - von den Marokkanern genutzt. Seitdem verfällt es malerisch.

















Am Fuß des Forts muß man das Flussbett des Assaka wieder durchqueren und dann noch einige Kilometer auf einem sehr holperigem Weg nach Nordwesten fahren, bis man endlich wieder sicheren Teerboden unter dem Reifen hat.








Loup de mer


Wir waren schon ein wenig stolz, dass wir diese so gar nicht geplante Fahrt gut gemeistert haben. Danach mussten wir uns in unserem Lieblingslokal (es ist eigentlich das einzig brauchbare der Stadt) stärken!