Montag, 20. November 2017

Dem Winter entflohen ....


Eine Woche ist es erst her, dass mein Flugzeug über die schneebedeckten Alpen schwebte.



Ich bin es nicht gewohnt, so schnell zu reisen, wir sind ja in den letzten Jahren immer mit dem Wohnmobil ausgesprochen gemütlich nach Süden gezockelt. So war ich in den ersten Tagen etwas desorientiert - ich musste wohl auf meine Seele warten, die nicht so schnell hinterher gekommen ist.



Mein Haus empfing mich mit eine unerwarteten Blumenpracht auf der Terrasse - z.B. die prächtige Aloe vera.


















Am Strand waren viele junge Leute unterwegs. Zur Zeit haben wir Schulferien - und alle wollen baden und spielen. Es ist reichlich Platz für alle da.









Am Wochenende fuhr ich ins Hinterland. Der Boden und alle Pflanzen warten sehnsüchtig auf Regen.


Die Esel suchen Futter im trockenen Qued






Heute Abend schaute ich mal wieder nach, ob es aus Deutschland gute Nachrichten gibt. Das lasse ich für eine Weile wieder. 

Samstag, 21. Oktober 2017

Das war mein Sommer in Bayern





Im Mai kam ich aus Marokko zurück nach Bayern - nicht zu früh, wenn man kein Freund von Schnee ist. Zugegeben, das war in den Alpen, auf der Brenner-Autobahn.








Ende Mai feierte ich auf dem Land mit vielen Freunden den runden Geburtstag einer ganz besonders lieben Freundin.    Im Juni fuhren wir -  mit einem Stopp im schönen Sterzing - an den Gardasee. Die Harley brauchte Auslauf - und auf den kurvigen Straßen rund um den See war dazu reichlich Gelegenheit:

Wir wohnten in Tignale - am Nordwestufer des Sees. Für mich war das eine Premiere. Es gefiel mir gut da oben, aber die Kurven- und Tunnel-reichen Straßen um den See sind so gar nicht mein Fall. Ich hatte noch Tage später Schwindelanfälle!



Das Museums-Anwesen Vittorale degli Italiani in Gardone - das im wesentlichen aus dem früheren Wohnhaus des Schriftstellers und italienischen Nationalhelden Gabriele D'Annunzio besteht, gehört zu den meistbesuchten Attraktionen in Norditalien. Allein schon das Grabmal dieses militanten Nationalisten war furchteinflößend.

Ende Juni finden an vielen Stellen in Oberbayern zur Sonnwende Johannis-Feuer statt. Am Starnberger See haben dies Mitglieder eines Segelvereins aufgebaut und abgebrannt. Es ist immer ein eigenartiges Spektakel!



Im Lauf des Sommers habe ich immer wieder Gelegenheit, ein wenig Kultur zu inhalieren. Z.B. bei einer Lesung der in München lebenden Schriftstellerin Gunna Wendt oder bei den Münchner Opernfestspielen:




 Den größten Teil des Sommers verbringe ich in meiner Sommerfrische am Starnberger See - mit einem wunderbaren Blick auf die Alpen. Wir haben hier ein Segelboot - bei gutem Wind kann man sich auch mal hinter dem Boot herziehen lassen - ein großer Spaß!


Immer wieder schön ist es, sich mit Freundinnen und ehemaligen Kollegen zu treffen. Auch andere Seen sind verlockend - zur Abwechslung fuhr ich in den Münchner Osten, wo südlich von Grafing dieser bacherlwarme Weiher zum Schwimmen einlud!
Auf vielen Spaziergängen am See oder an der Isar entlang hat mich Willi begleitet - ein marokkanischer Hund - der im Sommer auch in Bayern lebt.


Im Laufe des Sommers hatte ich zwei Klassentreffen. Nach all den vielen Jahren haben wir uns sehr gefreut uns wieder zu sehen und über all diese lang vergangenen Zeiten zu reden und zu reden und zu reden ... Mit anderen Worten: Schön war's!





 
So schnell gingen die warmen Sommertage dahin -      natürlich hat es auch mal geregnet. Aber die frohen     Stunden bleiben länger im Gedächtnis - und so will ich es auch halten.                                                 



Jetzt ist der Oktober schon weit fortgeschritten und ich packe so langsam meine sieben Sachen, um wieder fortzufliegen - zu meiner sonnigen Terrasse in Sidi Ifni. Der nächste Bericht wird dort geschrieben. Es dauert nur noch ein paar Wochen!



Montag, 24. April 2017

Im Dar Batha

Im Dezember dachte ich noch: ach! Ende April - das ist ja noch so lange hin! Und plötzlich ist der April da, fast ist er schon vorbei - und ich bin in Fes - wie immer wenn mein Aufenthalt in Marokko zu Ende geht.

Fes, diese alte ehrwürdige Stadt, verzaubert mich jedes Mal. Und jedes Mal finde ich neue Facetten, die mein Wissen über diese Stadt ergänzen.

Im Dar Batha bin ich schon öfter gewesen. Dies ist ein Wesir-Palast aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, gleich neben der Medina gelegen.

1912 wurde in ihm der Vertrag unterzeichnet, mit dem Marokko zum Protektorat Frankreichs wurde. 1915 wurde es in eines der ersten Museen Marokkos umgewandelt, es werden besondere Exemplare des traditionellen Kunsthandwerks gezeigt. Die Vitrinen sind kaum beschriftet und die Exponate sind von sehr unterschiedlicher Qualität. Trotzdem ist der Besuch sehr empfehlenswert, weil das Gebäude selbst mit seinen wunderbaren Fliesen-Mustern und seinem andalusischen Garten einen beeindruckenden Einblick in die marokkanische Kultur gibt.


Wir kamen diesmal ins Dar Batha, weil wir gehört hatten, dass zwei besondere Künstler dort arbeiten. Vater Si Mohamed und Sohn Taoufik Kadiri üben das edle Handwerk der Marketerie aus.


Schon der Großvater hatte seine Werkstadt in dem Museum.

Feine Kästchen, Bilderrahmen, Brieföffner und einiges andere mehr werden von ihnen mit unendlicher Geduld und großer Genauigkeit mit einem Muster aus verschiedenen Hölzern überzogen. Ihre Werkstatt hat darum einen ganz eigenen Duft.

Wir haben Ihnen lange zugesehen und dann natürlich auch einige schöne Stücke mitgenommen. Mittlerweile haben wir eine schöne Sammlung marokkanischer Handwerkskunst, die unser Zuhause verschönt. Wenn ich so ein Stück in die Hand nehme, träume ich manchmal ein wenig von dem Land, zu dem ich bald wieder zurückkehren werde - inshallah!

Freitag, 7. April 2017

The arch has fallen

Am Strand von Legzira spazieren zu gehen war immer ein besonderer Höhepunkt meiner Marokko-Reisen. Nicht nur der flache lange Sandstrand vor der steilen Abbruchkante, die kleinen Restaurants und das alte Hippie-Feeling machten den Reiz aus - und diese Mixtur macht den Strand gut 3 Stunden Fahrt südlich von Agadir am Atlantik natürlich immer noch sehr anziehend.






Das ganz besondere waren die beiden Felsentore. Ich habe mich immer ein wenig gegruselt, wenn ich unter den dunklen Bögen durchging - aber man denkt: in Jahrtausenden ist nichts passiert ...   Im Februar 2016 bin ich zuletzt unter dem Pferdefuß durchgegangen,



Im März fiel ein großer Brocken herunter und im September begann es Steine zu regnen. Ende September dann kam der große Knall - der Bogen brach ein. Gleich nach dem Knall hat ein Augenzeuge dieses Video gemacht:




Gestern war ich wieder an diesem Strand. Unter dem noch intakten großen Bogen bin ich mit recht gemischten Gefühlen durchgegangen. Der anschließende Strandabschnitt ist noch immer wunderschön.






Am Ende steht man aber vor diesem Geröllberg.











Von all der Anmut ist nichts geblieben. Nur auf einer Hauswand in Sidi Ifni zeigt sich der Bogen noch in all seiner Pracht. 








Sonntag, 2. April 2017

Es ist vollbracht

Seit Dezember 2016 bin ich in Sidi Ifni in Süd-Marokko. Wir haben ja hier im letzten Jahr ein kleines Haus gekauft und in diesem Winter sollte es auf einen auch längerfristig guten Stand gebracht werden. Das Haus war zwar gut gebaut, aber doch ziemlich einfach ausgestattet.



Gedacht hatte mein Mann so an 4 bis 6 Wochen. Es sind drei Monate geworden ...
Zuerst mußte alles aus dem Haus geschafft werden, was wir nicht behalten wollten. Es fanden sich Abnehmer für wirklich alle Dinge, die wir vor die Tür stellten. Dann klotzen drei Männer Tag für Tag tüchtig ran.



Und Stück für Stück wurde es hübscher und hübscher. Der Inhalt eines 4-Tonnen-Anhängers verschwand im Haus (Badewanne, Möbel alle Arten, Bücher, Baumaterial etc.).










meine Dachterrasse



Ich hatte da nicht so viel zu tun; also konnte ich lange Spaziergänge machen und schöne Bücher lesen.









Seit nunmehr zwei Wochen wohnen wir im Haus und freuen uns jeden Tag darüber. Aber diese Wintersaison ist nun auch bald vorbei - das Haus wird eingemottet und wartet auf uns bis zum nächsten November.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Shopping in Ifni

Einkaufen ist auch in Sidi Ifni ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Für Teilzeit-Ifnaui wie mich gilt das natürlich besonders, denn ich kann dabei Menschen kennen lernen und das tägliche Leben beobachten.








Es gibt ja glücklicherweise noch keinen großen Supermarkt hier - darum können eine Unzahl von kleinen und kleinsten Läden überleben.















Jedes Viertel, jede Straße hat eine ausreichende Grundversorgung mit allem was die Hausfrau, der Handwerker oder der Fischer so braucht.

Natürlich gibt es auch Schmuckgeschäfte, die aber nicht jeden Tag geöffnet haben.


















ein ausgezeichneter Bäcker - auch die Bienen lieben ihn!

Überhaupt - obwohl die Öffnungszeiten sehr großzügig ausgelegt sind, steht man immer wieder unerwartet vor geschlossenen Türen. Ich habe schon mal gehört: der hat auf dem Land zu tun oder: der macht nur auf, wenn er Lust dazu hat ....



ein Tor zum Markt





Die "Onkel Hassan-Läden" (so nenne ich sie in Anlehnung an unsere verschwundenen Tante-Emma-Läden) bleiben hoffentlich noch lange erhalten - an mir soll es nicht liegen!